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Stadt und Polizei sichern verstärkt Grundschulwege

13.02.2020

Stadt und Polizei sichern verstärkt Grundschulwege

Gemeinsame Kontrollen vor den Elmshorner Schulen erhöhen die Sicherheit der Kinder im morgendlichen Bring-Verkehr. Eine Gefährdung für den Nachwuchs geht dabei von Eltern aus, die ihre Kinder per Auto zum Unterricht bringen und die Verkehrsregeln ignorieren. Aber auch das Smartphone und Fahrradfahrer auf der verkehrten Seite stellen mögliche Unfallursachen dar. Viele Eltern, Schulleiter und Anlieger begrüßen die regelmäßigen Kontrollen.
Mangels Einsicht müssen die Verkehrsüberwacherinnen der Stadt sehr häufig diskutieren, wenn Eltern zum Beispiel das Halteverbot ignoriert haben.

Nur wenige Eltern zeigen sich gegenüber den Verkehrsüberwacherinnen der Stadt einsichtig.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Wütend kurbelt der Mann extra nochmal das Seitenfenster seines Autos herunter und ruft im Wegfahren: „Das ist eine Katastrophe.“ Sekunden zuvor hatte ihn die Verkehrsüberwacherin der Stadt verwarnt, weil er sein Kind im Halteverbot vor der Grundschule Hafenstraße rausgelassen hatte. Damit brachte er nicht nur sein eigenes Kind, sondern alle Grundschüler vor Ort in Gefahr. Denn andere Autofahrer müssen das Pkw-Hindernis umkurven und verfügen dabei nur noch über eine eingeschränkte Sicht.

Immer die gleiche Standardausrede

Von Einsicht aber keine Spur. „Wir treffen oft auf Unverständnis“, berichten die beiden Polizisten, die an diesem Morgen zusammen mit der Verkehrsüberwacherin in der Hafenstraße Posten bezogen haben. Die Ausrede der Eltern sei an jeder Schule immer dieselbe: „Ich habe doch nur ganz kurz gehalten.“ Dass sie dabei die gut sichtbaren Halteverbotsschilder ignorieren, lassen sie bewusst weg.

Schon die bloße Präsenz der Polizei reicht meist aus, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen. Manchmal hilft aber selbst das nicht.

Die Polizei zeigt ebenfalls Präsenz.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

„Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen“, sagt Gaby Köhling, Leiterin der Grundschule Hafenstraße. „Das Schlimmste war ein Unfall, bei dem ein Kind mit seinem Fahrrad auf dem Zebrastreifen angefahren wurde.“

Schulleiterin begrüßt Kontrollen

In der Regel stellten die Eltern mit ihren Autos die größte Gefahr für die Kinder dar, so die Schulleiterin. Daher begrüßt Köhling die regelmäßigen Kontrollen durch die Stadt und Polizei sehr. Sie betont aber zugleich: „Es gibt auch viele Eltern, die die alternativen Park- und Haltemöglichkeiten annehmen und sich vorbildlich verhalten.“

Lob von Eltern und Lehrern

Nicht nur von ihr erhalten die Vertreter der Stadt und Polizei viel Lob. „In der Regel kommt das von Eltern, die ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad bringen“, so die Polizisten. Auch Lehrer würden sich häufig über ihre Anwesenheit freuen.

Fahrradfahrer haben die Ordnungshüter ebenfalls im Blick. „Gerade die Generation Smartphone auf dem Rad“, erklären sie.

»Ich habe doch nur ganz kurz gehalten.« Diese Standardausrede hören die städtischen Verkehrsüberwacherinnen immer wieder.

»Ich habe doch nur ganz kurz gehalten.« Diese Standardausrede hören die städtischen Verkehrsüberwacherinnen immer wieder.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Je öfter die Kontrolleure vor einer Schule stehen, desto besser wird das Verhalten der Eltern und Kinder. „Das zeigt, dass die regelmäßigen Aktionen ihren Zweck erfüllen und dass die Präsenz leider notwendig ist“, sagt Elmshorns Erster Stadtrat Dirk Moritz. Zugleich ergänzt er: „Uns geht es nicht darum, möglichst viele Strafzettel zu verteilen, sondern die Regeln wieder ins Bewusstsein zu rücken.“

Weitere Schulen folgen

Der Effekt verpuffe in der Regel allerdings relativ schnell wieder, bedauert Schulleiterin Köhling. An anderen Grundschulen wie Hainholz oder Kaltenweide ist das ähnlich. Deswegen haben die Stadt und Polizei ihre Kontrollen zuletzt verschärft. „Wir stehen bevorzugt an den Grundschulen, weil da die kleinsten und gefährdetsten Kinder unterwegs sind“, sagt Ilona Hohnsbehn, die seitens der Stadt für die allgemeine öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig ist.

Kontrolleure setzen auf Überraschungseffekt

Wann die Kontrolleure an welcher Schule auftauchen, ist geheim. Selbst die jeweilige Schulleitung erfährt das erst direkt vor Ort. Eltern, die sich falsch verhalten, müssen daher jederzeit mit einer Ermahnung rechnen.

 

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