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Eselsbrücke nimmt Form an_Stand 10.02.2020

11.02.2020

Projekt Eselsbrücke: Umstieg von der Bahn aufs Fahrrad wird attraktiver

Die Ziele des Modellprojekts Eselsbrücke sind ehrgeizig: Gegenüber dem Vergleichsjahr 2017 soll die Zahl der Fahrradfahrer zwischen dem Elmshorner Bahnhof und dem Gewerbegebiet Grauer Esel um zehn Prozent steigen, sodass jährlich 600 Tonnen CO2 eingespart werden. Bis Ende Oktober wollen die Stadt und ihre Partner die Einzelmaßnahmen umgesetzt haben, denn dann läuft die dreijährige Förderperiode des Bundesprogramms aus. Über sie finanziert Elmshorn knapp 600.000 Euro der 850.000 Euro Gesamtkosten.
Markus Pietrucha von der Stadt und Holger Fausch von Autoliv arbeiten beim Modellprojekt Eselsbrücke eng zusammen.

Modellprojekt Eselsbrücke
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Markus Pietrucha vom Amt für Stadtentwicklung zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Umsetzung des Radfahr-Förderprojekts Eselsbrücke. „70 Prozent der Maßnahmen sind abgeschlossen“, sagt er. Das gilt für den Umbau der Lise-Meitner-Straße, die deutlich gewachsene Fahrradstellplatz-Zahl im Gewerbegebiet und am Bahnhof, die neu gebauten Brücken im Steindammpark, die neu eingerichteten Fahrradstraßen Hinterstraße und Peter-Meyn-Straße sowie den Radweg in der Agnes-Karll-Allee.

Kreisverkehr und Fahrradverleih kommen

„Jetzt kommen die großen Projekte“, blickt Pietrucha voraus. Konkret sind das eine neue Fahrrad- und Verleihstation an der Ecke Panjestraße und Bauerweg am Bahnhof sowie der Umbau der Hans-Böckler-Straße mit einem Kreisverkehr. „Die Fahrradstation soll im Sommer eröffnet werden“, sagt Pietrucha. Sie wird als einzige Maßnahme nicht durch das Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ gefördert, sondern durch den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH). „Dort bekommen wir mehr Fördermittel dafür“, erklärt Pietrucha.

Die Bauarbeiten für die neue Fahrradanlage am Bahnhof sind bereits gestartet.

Die Bauarbeiten für die neue Fahrradanlage am Bahnhof sind bereits gestartet.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Die Verleihstation soll mit 30 Fahrrädern starten, die jeder online mieten kann. Neben 20 herkömmlichen Rädern sind auch 9 Pedelecs und 1 Lastenfahrrad vorgesehen. „Die Ausleihzeiten wollen wir an die Arbeitszeiten anpassen“, so Pietrucha. Ausgeliehen und zurückgegeben werden die Fahrräder ausschließlich am Bahnhof. Betreiber der Station wird der Verein Brücke, der nicht auf Gewinne aus ist.

Großes Interesse bei den Firmen

Bei den Unternehmen vor Ort kommt das Modellprojekt gut an. „Ich bekomme auch heute regelmäßig Anrufe von Firmen, die fragen, ob sie noch irgendwie mitmachen können“, sagt Pietrucha. Als größte Arbeitgeber sind Autoliv, das Regio Klinikum und die Kreisverwaltung mit an Bord. „Für uns ist das sehr wichtig“, sagt Holger Fausch von Autoliv. „Wir haben viele Kolleginnen und Kollegen aus Hamburg oder dem Umfeld, die froh über die Möglichkeit sind, vom Bahnhof mit dem Fahrrad zu uns zu kommen.“

Stadt kooperiert mit Verbundpartnern

Der Hersteller automobiler Sicherheitssysteme ist im Eselsbrücken-Projekt ein Verbundpartner der Stadt. Unter anderem hat das Unternehmen die Zahl der eigenen Fahrradstellplätze von 150 auf 185 erhöht, wobei die überdachten Stellplätze auf 90 verdoppelt wurden, und der Stadt eine fertig gepflasterte Fläche zur Einrichtung von 16 öffentlichen Stellplätzen und einer Reparaturstation zur Verfügung gestellt. „Das ist eine Win-Win-Situation“, sagt Fausch.

Autoliv hat die Kapazität der überdachten Fahrradstellplätze von 45 auf 90 verdoppelt, insgesamt stehen nun 185 zur Verfügung.

Die 90 überdachten Autoliv-Fahrradständer
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Schon jetzt sei der Effekt spürbar. Vor dem Ausbau seien im Schnitt 110 bis 120 Mitarbeiter*innen mit dem Fahrrad gekommen, nun sind es bereits 150 bis 160 bei insgesamt 906 Vollzeit-Kolleg*innen. Und das im Winter. Autoliv bietet seinen Angestellten zudem ein Bike-Leasing-Modell an. Derzeit nutzen 50 von ihnen diese Möglichkeit.

Auch am Kreishaus wurden 40 neue und überdachte Fahrradstellplätze inklusive einer Reparaturstation gebaut. Am Kino sind es 22.

So sieht die öffentlich zugängliche Reparaturstation mit ihrem Werkzeug und der Luftpumpe aus.

Die Reparaturstation ist öffentlich zugänglich.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Um belastbare Zahlen zum Projekt Eselsbrücke vorlegen zu können, haben bereits vor dem Start Zählungen des Radverkehrs stattgefunden. Nach Abschluss aller Maßnahmen sollen diese zu den jeweils gleichen Zeiten wiederholt werden. Außerdem sind erneute Befragungen der Mitarbeiter*innen von Autoliv und der Kreisverwaltung vorgesehen.

Das Projekt läuft noch bis mindestens Ende Oktober. Bis dahin gibt es noch Fördermittel aus der laufenden Förderperiode. Eine Fortführung sei aber durchaus denkbar, so Pietrucha. Dann mit eigenem Geld oder Mitteln aus anderen Fördertöpfen.

Mehr über das Projekt Eselsbrücke lesen Sie hier.

 

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